...träume leben
     
wolfgang   beate
     

wasser, wasser, wasser. dieses element hat schon immer eine starke anziehungskraft auf mich ausgeübt. wann immer es geht verbringe ich meine freizeit am oder im wasser. erste erfahrungen auf dem wasser mache ich mit anfang zwanzig auf einer 505er rennjolle. ein freund braucht einen vorschoter. der segelvirus schlägt zu.
einige jahre regattasurfen folgen, erste erfahrungen unter wasser haben das segeln gut ergänzt.
 

wasser ist ein element, mit dem auch ich durchaus etwas anfangen kann.
ich schwimme seit meinem 6. lebensjahr ziemlich gerne und gut. und auch die ersten erfahrungen auf einem segelboot sind eine "jugenderinnerung":
auf dem lago maggiore mit viel zu vielen menschen in einer viel zu kleinen jolle, bei wenig wind und kaum welle, werde ich seekrank - ein zustand, der mich bis heute immer wieder begleitet.

der traum von der weltumsegelung wird sehr früh geboren. inspiriert von den ikonen des segelns wie MAGELLAN, CHICHESTER, ERDMANN oder CORNELL geht der kopf nachts auf große fahrt. kein buch, keine veröffentlichung wird ausgelassen. die wochenenden werden auf der jolle oder dem surfbrett verbracht.
eine längere unterbrechung gibt es durch mein studium in frankfurt und durch die tatsache, dass die neue freundin "noch" keine seglerin ist.

 

das projekt weltumsegelung" beginnt für mich bereits im juni 1987 als ich wolfgang kennen lerne, ich wusste damals nur noch nichts davon!

zunächst kraxelt er mit mir auf berge (brac, gomera, korsika), wir radeln zusammen und spielen badmington, fahren inliner. und alles nicht zu knapp, denn mein traummann liebt das extreme.

1989 wird das projekt "beate segelt" geboren. ehrgeiziges projektziel: infizieren einer in den bergen herumkraxelnden frau mit dem "segelvirus ".

es folgen viele gemeinsame urlaube am meer, auf inseln im mittelmeer, im atlantik, in der karibik und dem indischen ozean. gemeinsam am ufer stehen, in den häfen schiffe gucken. fernweh. erste zweisame segelerfahrungen in kenia, auf mauritius, in jollen und mit dem katamaran.

 

 

warum unsere zahlreichen urlaubsreisen ausschließlich auf inseln enden, erkenne ich erst jahre später - zwischen die landexkursionen werden immer häufiger wassersportaktivitäten eingestreut. wir gehen schnorcheln, jollen- und katamaransegeln. das schiffegucken in den häfen und buchten, das schüren des fernwehs beim anblick von weißen segeln, auf türkisem wasser, vor blauem himmel, das alles führt mich langsam aber sicher in die nähe seines großen traums - der weltumsegelung. Wolfgang's lebensmotto im ohr "nur taten zählen" und die erfahrung, aus den bereits verwirklichten ideen in unserem gemeinsamen leben - kündigen des jobs, selbständig machen, eröffenen von zwei kneipen, arbeitnehmerberatungsfirma gründen etc... - im kopf, ist mir schnell klar: "der macht ernst".
es beginnt das "in-mich-hineinhören", kann ich mir das vorstellen? was heißt das eigentlich? die große weite welt sehen wäre ja schon toll! aber segelnd? das kann ich doch gar nicht! was muss frau denn da können? also erst mal ausprobieren!

     

2001: beate macht einen segelkurs auf elba (www.segel-club-elba.de). In der abschluss-regatta der segelschulen belegt sie dann auch gleich den ersten platz.

kurze zeit danach kaufen wir uns eine MONAS (7m kielboot), die wir im schluchsee an den steg legen. der see steht unter naturschutz, d.h. motoren verboten! an- und ablegen am engen steg nur unter segeln, drehende winde, kleiner see, viele manöver. ideal zum segeln lernen. hier verbringen wir unzählige wunderschöne wochenenden, viel zeit das virus wirken zu lassen. dazu erste charterwochen auf einem dickschiff im mittelmeer.

wir beschäftigen uns intensiv mit dem kauf einer eigenen hochseetüchtigen yacht.

2002 lernen wir über die segelschule elba auf der boot in düsseldorf patrice buechi und seine partnerin carolin thum kennen. buechi-yachtcharter (www.buechi-yachting.com) verchartern knapp 20 segelyachten in portoferreio auf elba. durch ihre vermittlung verwirklichen wir unseren traum von einer eigenen yacht.

2003 kaufen wir eine sun odyssey 45.2 von jeanneau. finanziert wird der kauf durch den verkauf unserer eigentumswohnung, wir tauschen eine immobilie gegen eine mobilie.

nach reiflicher überlegung fällt die entscheidung: die yacht bleibt bei buechis im charterbetrieb. entscheidend ist für uns neben den finanziellen möglichkeiten, die absolute seriosität von büchi-yachtcharter. die betreuung der yacht und ihre vermarktung ist dort optimal.

von diesem zeitpunkt an ist für uns klar: "wir werden unseren traum leben und um die welt segeln. und wir werden damit nicht bis zu unserer rente warten (ginge bei beate ja auch noch ganz schön lange!)".

neben arbeit, arbeit, arbeit gibt es in den folgenden jahren wunderschöne urlaubswochen auf unserem schiff im mittelmeer. wir lernen heinz stähli, genannte hene, kennen und mögen. einen supersegler der mit uns skippertraining macht und uns viel beibringt. 2004 segeln wir mit ihm und seiner familie im mittelmeer.

das thyrennische und ionische meer mit elba, korsika, sardinien und vielen anderen inseln ist ein wunderschönes wenn auch nicht immer ganz einfaches segelrevier. wir lernen dort einsame buchten aber auch den mistral in seiner ganzen unberechenbarkeit mit viel wind und welle kennen. segeln eben, wie segeln sein soll.

2004 beginnt der schwierige teil: eltern und freunde über die konkretisierung unsere pläne informieren. die reaktionen gehen von "nicht ganz dicht" bis "super, nehmt ihr mich mit?". die eltern tendieren eher zu ersterem.

2005: zeitplan für den ausstieg erstellen. was muss gekündigt werden? was brauchen wir noch alles? den endgültigen ausbau der yacht planen. ausrüstung im ebay oder auf messen kaufen.
eine wichtige erkenntnis: wenn wir jeden trend bei der schiffausrüstung mitmachen wollen kommen wir nie weg!

wir entscheiden uns dafür, keinen container und keinen umzugs-kistenberg zurückzulassen. es wird auch kein zeitlimit für unsere weltumsegelung geben: zeitliches und geografisches ende offen!!

der konkrete zeitplan: umsiedeln auf das schiff ende august 2006, schiffstaufe auf den namen genesis und abschiedparty am 30.9. auf elba, abfahrt zu den kanaren voraussichtlich 1. oder 2.oktober, über den teich in die karibik im november 2006.

2006: der countdown läuft!
die wohnungsauflösung muss organisiert werden. ein full-time-job für eine person. das know how muss noch erweitert werden: sprachen, funkzeugnis, medizinische kentnisse und, und, und...

 
spannung pur und wir sind kurz vor dem überfahren der startlinie!
 

ich kann es kaum erwarten. kein traum mehr sondern realität. karibik, südsee, wir kommen!

aber auch: weg von familie, freunden. meinen traumjob aufgeben. kein einkommen mehr, ungewisse zukunft, geht alles mit beate und mir klar, wie sieht es mit der gesundheit aus, reicht die kohle und, und, und..?

wolfgang

 

nach fünf jahren intensiver vorbereitung fühle ich mich der herausforderung gewachsen.

ich freue mich auf all die ungeahnten ereignisse und begegnungen, wohl wissend, dass nicht alles "traumhaft" sein wird.

sicher ist, dass die aufregendsten jahre meines lebens vor mir liegen, und wer kann dass mit 47 schon von sich behaupten?

beate

 

 
 
 
 
 
akkupunktur-punkt
gegen seekrankheit !